Mustafa Yoldas (Milli Görüs), Schura Hamburg, über

"Wir haben einen Vertrag mit den rechtlichen
Rahmenbedingungen dieses Staates" *)



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(Statement Podiumsdiskussion "Islamwoche Berlin", Frühj. 2014)


"Soziales Engagement ist ein Grundprinzip des Islams. Und wenn wir
hier in Deutschland leben und einen Aufenthaltsstatus haben oder gar
eine deutsche Staatsbürgerschaft, dann sind wir einen Vertrag einge-
gangen mit den rechtlichen Rahmenbedingungen dieses Staates. Das
heißt, wir akzeptieren das Grundgesetz. Wir engagieren uns im Rahmen
des Grundgesetzes und zeigen unsere religiöse Überzeugung in vielfäl-
tiger Weise, nicht nur um Moscheen zu bauen und moslemische Seel-
sorge zu betreiben, sondern nach und nach zeigen Muslime, dass sie
sich in dieser Gesellschaft auch für die Sorgen und Nöte der Mehrheits-
gesellschaft, (also) derjenigen, die Nicht-Muslime sind, den Kopf zer-
brechen. Und das bringt im Umkehrschluss eine Anerkennung. Man
bekommt Solidarität und politische Unterstützung. Und es war so für
uns, dass wir 2006 auf einem Iftar-Essen, als der Erste Bürgermeister
(Hamburgs [Ole von Beust, CDU]) aus der Moschee kam, gesagt haben,
dass wir es wünschen, dass die Muslime gleichrangig werden mit der
christlichen und der jüdischen Gemeinde. Daraufhin hat er seine vor-
bereitete Rede in die Jacke gesteckt und gesagt, wenn die Muslime
zusammenkommen, dann bin ich gerne bereit, mit ihnen darüber zu ver-
handeln. Nach 5 Jahren haben wir den Staatsvertrag unterzeichnet.
Aber wir haben in dieser Phase auch die Unterstützung der Opposition
eingefordert. ... Als es dann zu einem Regierungswechsel [in HH] kam,
konnte die [jetzt regierende] Opposition nicht mehr abspringen. Sie haben
dann am Ende den Staatsvertrag unterzeichnet. Diesem Prozess ist eine
20-jährige Vorarbeit vorausgegangen, nämlich ... um Anerkennung in der
Öffentlichkeit zu erlangen, um Vertrauen aufzubauen. Und das ist das
größte Problem: Wir haben ein Vertrauensproblem in diesem Land.
Und wenn wir das gelöst haben, dass Menschen uns vertrauen,
dann werden sich unzählige Türen für die Muslime öffnen."


* * *

Mustafa Yoldas im ZDF "Islamisches Wort am Freitag" am 8.3.13 über
den Münsteraner Islamwissenschaftler Prof. Khorchide: Man dürfe nicht
islamisch "den Anschein erwecken, weil es 'ne gewisse Erwartungshaltung
gibt - einen Druck von Außen, gesellschaftspolitisch - dass man dem
nachgibt und den Eindruck hinterlässt, man würde sich der deutschen
Mehrheitsgesellschaft oder der Politik anbiedern wollen ... Der Glaube Islam
ist so eindeutig wie in keiner Religion, und dem muss Rechnung getragen
werden"

( https://www.zdf.de/kultur/forum-am-freitag/muslime-ohne-islam-100.html )


*)
Anmerkung:

Die Auffassung, Muslime oder sonst wer hätten
"einen Vertrag" mit
dieser staatlichen Ordnung, ist irrig und entspricht allenfalls nur der
orthodoxen islamischen Rechtsauffassung.
Derzufolge ist die Welt eingeteilt in das Gebiet des Islam, in dem
die Scharia herrscht, und ein Gebiet des Krieges, in dem die
"Ungläubigen" ohne die Scharia leben. Dazu kommt noch ein
drittes Gebiet, das sog. "Haus des Vertrages", in dem
die Scharia nicht herrscht, die Muslime aber ihre Religion
frei praktizieren können.


Verträge kann man allerdings kündigen –
dies ist der versteckte Kern der Aussage von Yoldas. Und die
Musime legen selber fest, wann dieser Zeitpunkt gekommen ist.
Die scheinbar so integrationsfreundliche Formulierung entpuppt
sich damit als eine indirekte Drohung. In diesem Land
hat niemand gesonderte "Verträge" mit dem Staat – wer hier
lebt, hat allein die Gesetze zu befolgen, die Werte des Grundge-
setzes und der Demokratie. Wer durch sein praktisches Tun
diesen widerspricht, unterliegt ggf. den Strafgesetzen und muss
i.w.S. Restriktionen seiner Wirkungsdynamik hinnehmen. Das
ist keine "Vertragsverletzung" seitens "dieses Landes", sondern
konsequente Anwendung seiner konstitutiven Verpflichtungen,
denen auch die Muslime unterliegen, als Staatsbürger oder als
unterschiedlich Aufenthaltsberechtigte.
–Paul Nellen

Siehe auch:
Aiman Mazyek: Ein Scharia-Apologet ist Rechtsstaat



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